Die Aufgeweckten


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Presse

22.01.2009 - Lausitzer Rundschau

Eine Chance für die Talente


Schwarzheide „Wenn es knallt und raucht, ist etwas verkehrt“, warnt Heinz Mückel während sich Erst- bis Viertklässler in einem Klassenzimmer des Schwarzheider Gymnasiums an physikalischen Experimenten austesten. Der Mathematik- und Physiklehrer leitet eine Arbeitsgemeinschaft, die jungen Menschen Lust auf Naturwissenschaften machen will. Der Verein „ Die Aufgeweckten “ zur Förderung begabter Kinder und Jugendlicher hatte dazu eingeladen.
„Zum einen, um Mädchen und Jungen für physikalische Alltagsphänomene zu interessieren. Zum anderen, um für das Thema „Hochbegabung“ zu sensibilisieren“, sagt Christiane Jendrysiak. Die Lehrerin für Deutsch und Englisch ist stellvertretende Vereinsvorsitzende der „Aufgeweckten“ und Ansprechpartnerin des Stützpunkt es für Begabtenförderung am Emil-Fischer-Gymnasium in Schwarzheide. „Er wurde im vergangenen Schuljahr eingerichtet und ist einer von sechs im ganzen Land Brandenburg“, klärt sie auf. „Wir gehen unter anderem an Schulen und Kindergärten, um Lehrer und Erzieher über das Thema ,Hochbegabung' aufzuklären.“ Sie als Lehrerin habe selbst die Erfahrung gemacht, dass die besonderen Fähigkeiten mancher Kinder häufig nicht erkannt werden und mit ihnen nicht individuell gearbeitet wird. „Das kann schlimme Folgen haben. Die Kinder werden zu Schulverweigerern oder erleiden am Ende einen seelischen Schaden. Deswegen muss ein Umdenken stattfinden.“




Das Land Brandenburg arbeitet nach Angaben der „Deutschen Gesellschaft für das Hochbegabte Kind“ (DGHK) seit dem Schuljahr 2005/06 am Aufbau eines landesweit vernetzten Systems zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen. Dazu gehören unter anderem Schülerakademien, Wettbewerbe, Arbeitsgemeinschaften, E-Learning-Angebote und Kooperationsprojekte zwischen Schulen und Universitäten, Hochschulen sowie anderen wissenschaftlichen Einrichtungen.

Doch das Gespräch zwischen den im Gymnasium erschienen Eltern, der Stützpunkt -Koordinatorin Christiane Jendrysiak sowie Renate Gehre, Sonderpädagogin und psychologische Beratungslehrerin macht deutlich, dass die Begabtenförderung im Land Brandenburg weiterhin seine Schwächen hat. So hätten einige der Väter und Mütter erleben müssen, dass es Lehrer gebe, die selbst in dem Wissen um die Begabung nicht auf die jeweiligen Kinder eingehen können oder wollen. Zudem seien zu wenig „alternative Schulformen“ in der Region vorhanden, und nicht selten werde den Eltern unterstellt, „überehrgeizig“ mit ihrem Sprössling umzugehen.

Renate Gehre kennt diese Probleme. „Wenn es nötig ist und die Eltern das wünschen, bin ich auch gern bei Gesprächen mit Lehrern oder Erziehern dabei“, sagt sie. „Wir wollen bewusst machen, dass es sich unsere Gesellschaft nicht leisten kann, auf die Begabungen und Talente dieser Kinder zu verzichten. Sie haben dieselbe Förderung verdient wie geistig beeinträchtigte Kinder. Denn beide können sich nicht selber helfen“, so Renate Gehre. Künftig will die psychologische Beratungslehrerin, die als Sonderpädagogin bei den „Aufgeweckten“ engagiert ist, einen „Elternstammtisch“ organisieren.

Die neunjährigen Jungs Franz und Daniel haben indes im Klassenzimmer nebenan 90 Minuten lang physikalische Alltagsphänomene untersucht. Sie wollen an der Arbeitsgemeinschaft weiterhin teilnehmen. Es mache Spaß - auch wenn es nicht knallt und raucht.

Jana Tschitschke



20.02.2008 - Wochenkurier

Hochbegabte Kinder fördern

" Die Aufgeweckten " laden zu Elterninformationsabend ein


Freienhufen. Hochbegabte Kinder haben es schwer, schließlich fühlen sie sich im Kindergarten oder in der Schule oftmals unterfordert, was sich zum Beispiel durch Verhaltensstörungen zeigen kann. "Etwa zwei Prozent aller Kinder sind hochbegabt und verfügen über einen Intelligenzquotienten von über 130", weiß Sonderpädagogin Renate Gehre. Sie berät den Verein " Die Aufgeweckten " e.V. und beschäftigt sich seit Jahren mit der Förderung von begabten Kindern. "Meistens haben diese Kinder Defizite im Verhalten, weil sie sich im Unterricht oder in der Kindereinrichtung einfach unterfordert fühlen", berichtet die Sonderpädagogin, die zehn Jahre in der Fröbel-Familienberatungsstelle tätig war, aus Erfahrung. So hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, Kinder, die durch besondere Fähigkeiten auffällig geworden sind, insbesondere durch frühes reflexives und logisches Denken, hervorragende Gedächtnisleistung oder großes Detail- und Faktenwissen, schon vor der Schule zu fördern. "Dazu bieten wir für die Kinder ein breites Spektrum an Förderangeboten an. So werden bereits mit dem Gymnasium Schwarzheide Experimente in naturwissenschaftlichen Fächern durchgeführt, es finden Sportnachmittage statt, außerdem werden Besuche an Kinderuniversitäten durchgeführt, um nur einige zu nennen", erklärt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Christiane Jendrysiak , die auch gleichzeitig Beratungslehrerin des Stützpunkt es für Begabungsförderung am Staatlichen Schulamt Cottbus ist. Weitere Informationen über den Verein und deren Tätigkeit erhält man am Donnerstag, 21. Februar, um 18 Uhr, im Bürgerhaus in Freienhufen. Dort findet ein Informationsabend für Eltern statt.




06.07.2006 - Lausitzer Rundschau

Wunderkinder brauchen Hilfe

Neu gegründeter Verein "Die Aufgeweckten" kümmert sich um begabte Kinder



Marius ist vier und hat keine Freunde. Wenn Gleichaltrige im Kindergarten Verstecke oder Indianer spielen, steht der aufgeweckte Junge allein da. Das Treiben der anderen Vierjährigen interessiert ihn nicht wirklich. Marius hat andere Interessen. Er addiert und subtrahiert sicher im Zahlenbereich bis 200. Mit dem Multiplizieren fängt er gerade an. Er liest und beginnt mit dem Schreiben. Seine Steckenpferde sind die Geographie und komplizierte Denkspiele am Computer. Marius ist anders als die anderen. Er gehört zu den zwei Prozent der hoch begabten Kinder im Land. Sein Intelligenzquotient liegt über 130.


Andrea Budich



Dass Marius ein ganz besonderes Kind ist, spürte seine Mutter Sandra frühzeitig. Mit drei Jahren beschäftigte er sich schon intensiv mit Farben, Formen und Flächen. Mit seinen Lieblingsbeschäftigungen ist Marius heute seinen Altersgenossen um Jahre voraus. Die Angebote im Kindergarten interessieren ihn kaum, weil sie ihn deutlich unterfordern. Seine Unzufriedenheit äußert sich in Aggressionen. Weil er aufgrund des Nicht-beschäftigt-seins wütend ist, schlägt er seine Spielkameraden. Unser Sohn sitzt deshalb häufig auf der Strafbank oder in der Ecke, ärgert sich Sandra Niesler. Die junge Mutter sucht seit Monaten verzweifelt nach Hilfe für sich und ihren Sohn. Beim Jugendamt des Oberspreewald-Lausitz-Kreises erfuhr sie, dass es keinerlei Mittel zur Förderung der hoch begabten und oftmals auch verhaltensauffälligen Kinder gibt.
Um ihren Sohn aus der Isolation zu holen, gründete Sandra Niesler gemeinsam mit der Sonderpädagogin Renate Gehre den Verein Die Aufgeweckten. Zehn Eltern aus Ortrand, Lauchhammer, Schwarzheide, Senftenberg und Ruhland haben sich zusammengeschlossen. Ziel des Vereins ist es, einen Stützpunkt aufzubauen, der für die Hochbegabten besondere Angebote und Projekte bereithält. Gemeinsames Experimentieren am Emil-Fischer-Gymnasium Schwarzheide gehört dazu. Am Eltern-Stammtisch des Vereins können die Mütter und Väter Probleme besprechen, die andere kaum nachvollziehen können. Sonderpädagogin Renate Gehre, die zehn Jahre in der Fröbel-Familienberatungsstelle tätig war, tritt dafür ein, die Hochbegabung von Kindern so frühzeitig wie möglich zu erkennen und zu fördern. Werden diese Superhirne im Grundschulalter nicht erkannt, dann blocken die Kinder ab, werden aggressiv oder zum Klassenkasper. Eben echte Sorgenkinder, die wegen der Unterforderung häufig über Kopf- und Bauchschmerzen klagen. Der Verein will sich dafür stark machen, dass die Begabtenförderung nicht erst ab Klasse 5 einsetzt, Klassen übersprungen werden können und die Aufgeweckten nicht automatisch zu Außenseitern werden.




08.06.2006 - Lausitzer Rundschau

Verein für hochbegabte Kinder


Freienhufen. Der in Gründung befindliche Verein zur Förderung hochbegabter Jugendlicher in der Lausitz sucht interessierte Eltern, Mitstreiter und Sponsoren.

Die Ziele sind Begabungsförderung, Integration und Kooperation sowie Unterstützung der Eltern.


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