Wir
Konzept
Vorbemerkungen
1. Zielgruppe
Kinder, die durch besondere Fähigkeiten auffällig geworden sind, insbesondere durch:
* besondere Flexibilität im Denken
* frühes reflexives und logisches Denken
* hervorragende Gedächtnisleistung
* hohe Konzentrationsfähigkeit und außergewöhnliches Beharrungsvermögen bei selbst gestellten Aufgaben und anspruchsvollen Spielen
* großes Detail- und Faktenwissen
* Vorliebe für intellektuell- strukturierende Tätigkeiten bzw. schnelles und effektives Abstraktions- und Verallgemeinerungsvermögen
* besonders frühes Interesse an Buchstaben, Zahlen, Zeichen und Symbolen
* selbst initiiertes und häufig selbstständig angeeignetes Lesen
* frühes ausdruckvolles flüssiges Sprechen mit häufig altersunüblichem umfangreichem Wortschatz, der der Altersgruppe weit voraus ist.
2. Ziele
Die besonderen Begabungen von Kindern bedürfen der besonderen Förderung und Unterstützung. Dabei sollen Voraussetzungen geschaffen werden, die der Entfaltung ihrer individuellen Fähigkeiten und deren Umsetzung in Leistung bzw. Ergebnisse behilflich und gerecht werden.
Wir wollen unseren Kindern dabei helfen. Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit stehen folgende Aspekte:
2.1 Entwicklung der ganzen Persönlichkeit
Allen Kindern soll eine harmonische Entwicklung ihrer gesamten Persönlichkeit ermöglicht werden. Spiel- und Lernmöglichkeiten sollen sich nicht ausschließlich an der jeweiligen besonderen Begabung orientieren.
2.2 Begabungsförderung von Vorschulkindern
Kinder lernen nie mehr so viel, wie in den ersten sechs Lebensjahren. Daraus resultiert die Notwendigkeit, Anzeichen wahrzunehmen und zu fördern, die auf eine Hochbegabung oder Begabungsart schließen lassen.
Kontaktaufnahme zu Vorschuleinrichtungen und Weiterbildungsangebote zum Thema Begabtenförderung werden angeboten
2.3 Begabungsförderung von Schulkindern
Sensibilisierung und Weiterbildung von Lehrkräften, vor allem im Grundschulbereich. Dabei sollen Enrichment (erweiterte Lernangebote) und Akzeleration (Verkürzung der Schulzeit) sowie das Lernen in höheren Klassenstufen, fachspezifisch orientiert, im Vordergrund stehen.
2.4 Integration und Kooperation
Bei der Förderung begabter und hochbegabter Kinder wird von integrativen und differenzierten Formen ausgegangen. Integrationskonzepte betonen das Miteinander unterschiedlicher Begabungen in einer Gruppe. Ungleichheit wird dabei nicht als Hemmnis, sonder eher als Chance für Förderung und Entwicklung von Persönlichkeit und Begabung im sozialen Verbund gesehen.
2.5 Schulische Entwicklungsplanung/ Evaluation der Schulen
Begabte Schüler sollen zunehmend zur Selbstverantwortung, zur Selbstregulation und zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernen befähigt werden. Dabei werden unterrichtliche, außerunterrichtliche und schulformübergreifende Lern- und Leistungsbereiche aufgenommen.
2.6 Beratung und Unterstützung von Eltern
Potentiell hochleistungsfähige Kinder zeigen sich möglicherweise angepasst und unauffällig, lustlos und desinteressiert, aber auch sozial-emotional auffällig bis aggressiv. Daraus resultiert die Notwendigkeit der Beratung durch Sonderpädagogen und des Erfahrungsaustausches der Eltern.
3. Konkrete Förderungsangebote
3.1 Angebote für Kinder
In regelmäßigen Abständen finden Zusammenkünfte der Kinder unter Anleitung autorisierter Fachkräfte statt. Das Spektrum der Förderangebote umfasst folgende Bereiche:
* sonderpädagogische Einzelbetreuung
* Umgang mit Medien, insbesondere Internet und Bibliotheken
* Teilnahme an naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaften an Gymnasien
* Besuch von Kinderuniversitäten
* Arbeit mit Theaterpädagogen
* geführte Museumsbesuche und Nutzung von Planetarien
* musikalische Förderung
* Denksportarten
* psychomotorische Förderung
* Festigung sozialer Beziehungen untereinander
3.2 Angebote für Eltern
Die Sonderpädagogin unterstützt die Eltern und Familienangehörigen durch:
* Auswertung durchgeführter Diagnostik
* Einzelgespräche zur Verhaltensmodifikation
* geleitete Gruppengespräche
* gemeinsame fachthematische Abende
* organisierte Erfahrungsaustausche
4. Fazit
Der wesentliche Schlüssel zur Begabtenförderung liegt immer im psychologischen Verständnis der Beteiligten und letztlich darin, dass sowohl Lehrpersonen als auch Behörden eine Erwartungshaltung aufbauen, dass in ihren Klassen regelmäßig neben schwach und mittelmäßig begabten Schülern auch solche mit überragenden Begabungen sind. Sie müssen diese Hochbegabten aber auch bemerken, sie erkennen, ihr Lernen und ihr Verhalten interpretieren und sie mit all ihren Stärken und Schwächen anerkennen.
In der Frage rund um die Förderung der besonders begabten Kinder dürfen jedoch die Relativität des Leistungsprimats und die Begrenzung der pädagogischen Einflussnahme nicht übersehen werden, ebenso die Tatsache, dass es andere Entwicklungsziele gibt, die genauso wichtig sind. Leistung alleine, sei sie noch so exzellent, reicht nicht aus.
Damit sich eine Hochbegabung oder Begabung manifestieren kann, bedarf es einer sozialen Umgebung, die als Nährboden fördernd und anerkennend wirkt.
Die Eltern dieser Kinder gründen sich in einem Verein und nutzen regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen, um die allseitige Entwicklung ihrer begabten und hochbegabten Kinder unter Einbeziehung aller an Bildung uns Erziehung beteiligter Institutionen (Schulen, Jugendamt, Sozialamt) im sozialen Netzwerk zu unterstützen.
Hier finden Sie das Konzept im pdf - Format.